2.-11. Oktober 2026
Dresden | Gera | Bad Köstritz | Weißenfels | Zeitz
Musik und Zeit sind aufs Engste miteinander verbunden: Der Klang entfaltet sich nur im Verlauf der Zeit, und zugleich trägt jede Aufführung die Geschichte ihrer eigenen Entstehungszeit mit sich. Das Heinrich Schütz Musikfest 2026 macht genau diesen Gedanken zum gestaltenden Prinzip. Unter dem Titel „Spurensuche. Anstoß und Aufbruch" rückt das Festival die Rezeptions- und Wirkungsgeschichte von Heinrich Schütz' Werk und historischer Figur in den Mittelpunkt – und eröffnet dabei neue Erfahrungsräume für Interpretierende wie Publikum.
Vier Schwerpunkte strukturieren das Programm: Spuren beleuchten sein Wirken als Lehrer und die Wahrnehmung seines Schaffens als Markstein „deutscher" Musik um 1700; Renaissance gilt der Wiederentdeckung seines Werks im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert; Export folgt klingenden Spuren in der Slowakei und dem Baltikum; und Experiment fragt, wie lebende Komponistinnen und Komponisten von dieser Musik inspiriert werden – und welche Bedeutung sie für das heutige Publikum zu entfalten vermag.
Artist in residence 2026 ist das Vokalensemble THE PRESENT. Die drei Sängerinnen Hanna Herfurtner, Olivia Stahn und Amélie Saadia haben mit ihrem Ensemble eine unverwechselbare künstlerische Handschrift entwickelt: konzeptuelle Programme, die Alte und Neue Musik bewusst verschränken, experimentelle Elemente integrieren und stilistische Grenzen produktiv überschreiten. Bei den Residence-Konzerten steht die Wahrnehmung selbst als Prozess und Moment im Mittelpunkt. Mit einem Augenzwinkern stellt THE PRESENT die Frage, wie wir hören und unter welchen Voraussetzungen wir insbesondere „Alte" Musik rezipieren.
Wir freuen uns außerdem auf den Thomanerchor Leipzig, Le Nuove Musiche und Capella dell'halla, das Johann-Rosenmüller-Ensemble, Léon Berben, das Ensemble La Rubina, den Dresdner Kammerchor, Kilian Homburg, die lautten compagney BERLIN, Thea Soti und das Ensemble Paper Kite, Benjamin-Joseph Steens, den GewandhausChor und viele mehr.
Mit dem Projekt open_psalter wird der Becker-Psalter von Heinrich Schütz (1628 und 1661) erstmals in seinem vollen Umfang eingesungen – von Sängerinnen und Sängern, Chören, Ensembles und Musikbegeisterten aus aller Welt.
Viele Beiträge sind bereits entstanden. Doch noch immer warten zahlreiche Chorsätze darauf, neu entdeckt, gesungen und aufgenommen zu werden. Ob Kirchenchor, Schulensemble, Vokalquartett, Familie oder Solostimme: Jede Mitwirkung ergänzt das große musikalische Mosaik.
Machen Sie mit und werden Sie Teil eines Gemeinschaftswerkes, das die Vielfalt der heutigen Chorszene sichtbar und hörbar macht!
Weitere Informationen zum open_psalter unter www.open-psalter.de.
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